… nur der Maulwurf stört die Pracht, Heiteres aus der Reimküche

Im reifen Alter entdeckte ich meine Neigung zum gereimten Gedicht. Private Schicksale ließen mich immer öfters in meine Dichterklause abtauchen.
Seit 2001 bin ich der Dichtkunst verfallen. 2006 fand ich den August von Goethe Literaturverlag, der die Gedichte veröffentlichte.
Insgesamt findet man in diesem Buch 36 Gedichte und Haikus. Es kam zustande, da ein Cousin aus Frankreich mich aufforderte, endlich mit der Loseblattsammlung aufzuhören.

Der Titel stammt aus dem Gedicht:

FRÜHLING, ACHROSTICHONCover des Buches "Nur der Maulwurf stört die Pracht..."

F röhlich klingt ein altes Lied
R ingsum durch die Luft.
Ü berall es grünt und blüht,
H older Frühlingsduft.

L iebe, Leben neu erwacht
I n dem Sonnenschein.
N ur der Maulwurf stört die Pracht,
G räbt sich wieder ein.

Damit drücke ich aus: Am Ende eines schön gemalten Bildes taucht der kleine Kerl auf und lässt die Stimmung kippen. Die meisten meiner Gedichte enden mit einer Überraschung, das verleiht ihnen Humor oder Wehmut.

 

Buchvorstellung auf www.literaturpodium.deh

(Preis des Buches: 6,40 €, zu bestellen direkt über: heike.wiezorek@gmx.de)

Weitere Gedichte

AUFSCHWUNG

In einenm Herrenmagazin
stand einst ein guter Ratschlag drin:
„Bist du am Abend müd und platt,
nimm deine Hemden, plätt sie glatt.
Schon bald wirst du dabei erlebeentsn,
wie die Probleme sanft entschweben.“

Er folgte diesem guten Rat,
sie sah gelassen seine Tat,
entspannte sich mit Übungen
auf der Matte nach Jacobsen.

Die Partnerschaft erblühte neu
mit Händchenhalten ohne Scheu.

Sie dachte nach und  sah genau:
Der Ratschlag kam von einer Frau.

(S)TURMGEDICHT

Du Turm hast es mir angetan,
ich fühl mich ganz in deinem Bann.
Hoch thronst du über dem Ruhrtal,
bist unten breit und oben schmal.
Aus rauen Felsen grob verfügt,
kein Wind und Wetter dich verbiegt.

Die Stufen lief ich einst hinauf,
das Schwitzen nahm ich gern in Kauf,
Denn oben wartete der Freund,
von dem ich immer schon geträumt.
Ein Herz mit Klaus zeigt an der Wand,
was uns an jenem Tag verband.

Der Traum verschwand, doch später,
traf ich mein Glück, den Peter.
Wir beide wollten dort oben,
uns wahre Treue geloben.

Ein Herz mit Peter an der Wand,
zeugt von dem Schwur, der uns verband.
So manches Herz kam noch hinzu,
du nahmst es auf mit großer Ruh
Doch Leere kehrte in mich ein,
Ich bin wie du, ich blieb allein.

Ein neuer Tag bringt neues Glück,
Klaus meldete sich heut zurück.
Die Stimme klang mir so vertraut,
der Wunsch zum Treffen laut.
Zum Turm, zu Dir wir wollen gehn
in großer Höh uns wiedersehn.

Ich steh vor dir, ich seh dich an,
mein Herz pocht wild, er war der Mann,
mit dem ich leben wollt zu zweit.
Du zeugst davon aus jener Zeit.
Ich eil hinauf, spür Tritt für Tritt,
mein Herz pocht wild mit jedem Schritt.
Tret oben dann ins Sonnenlicht,
der Platz ist leer, Klaus find ich nicht.
Da, ein Geräusch im Treppenhaus,
ein Mann tritt vor, es ist nicht Klaus.
Er lächelt, er bleibt vor mir stehn,
den Alten hab ich nie gesehn.
Weiß ist sein Haar, braun sein Gesicht,
nein, diesen Menschen kenn ich nicht.
Er spricht mich an: „Wie geht es dir?“
Augen und Mund flüstern es mir.

Du Turm weißt, Jahre machen alt,
jung bleibt das Herz – wie dort gemalt.