Ein leichtes Sehnen stellt sich ein
Weiteres aus der Reimküche, so lautet der Titel meines 2. Buches. Mit dem o.a. Link können Sie sich beim Literaturpodium einblenden, auf dessen Seite es ebenfalls kurz vorgestellt wird.
Seit 2001 bin ich der Dichtkunst verfallen. 2006 erschien mein 1. Buch,
"... nur der Maulwurf stört die Pracht".
Es kam zustande, da ein Cousin aus Frankreich mich aufforderte, endlich mit der lose Blattsammlung aufzuhören. Zwei Jahre später verfügte ich über mehr als 80 neue Texte, die ich in dem 2. Buch,
"Ein leichtes Sehnen stellt sich ein",veröffentlichte. Die Themen beider Bücher betreffen meistens Alltagssituationen, die humorvoll, nachdenklich oder kritisch sein können. Ich verwende Paar-, Kreuz-, oder umarmende Reime. Gern schreibe ich auch Haikus und Limericks.
An dieser Stelle sei erwähnt, mein 3. Buch ging vor wenigen Tagen in den Druck. Es
wird in diesem Herbst erscheinen. Auch diese Texte betreffen Alltagssituationen, also
eine Fortsetzung der beiden o.g. Bände. Einige Gedichte entstanden nach Vorgaben des
WAZ-Internet-Forums, wo ich mich gerne beteilige. Sobald das Buch gedruckt ist, werde ich es hier vorstellen.
Passend zur Jahreseit einige Texte:
Eintritt
Heute hat sie ihn im Traum gesehen.
Er sprach sie an, sie schmolz dahin.
Konnt seine Worte nicht verstehen,
Geräusche tönten ohne Sinn.
Der Regen strömte auf sie nieder,
sie standen so verloren da.
Ein Schreck durchfuhr ihr Herz, die Glieder,
als plötzlich er verschwunden war.
Tagsdrauf ging sie am Fluss spazieren,
fernab die Bäume grüßten bunt.
Die Blätter werden sie verlieren.
Der Winter naht mit jeder Stund.
Sie sah den Wechsel, hörte Rauschen,
verspürte die Vergänglichkeit.
Gern will sie der Erinnrung lauschen,
doch gilt ihr Blick der neuen Zeit.
(Anekdoten treiben Blüten)
Weiß wie ...
Kalt blies im Februar der Wind,
trieb weiße Flocken vor sich her.
Die tanzten, wurden immer mehr,
Das Land versank im Schnee geschwind.
Ein Flöckchen hielt sich ganz allein,
es tänzelte, es wiegte sich,
den andern es geschickt auswich,
es wollte nie Schneedecke sein.
Weiter der Wind gen Süden blies,
das Flöckchen taumelte verzückt.
Die Neugier machte es verrückt,
bis es an seine Grenzen stieß.
Die Wärme fraß am Schneeglöckchen,
in einem Garten es verschied.
Aus seinen Tropfen rasch erblüht:
Das erste zarte Schneeglöckchen.
(Anekdoten teiben Blüten)
Danach
Weihnachtsfeiern, süße Stunden,
heute kämpf ich mit den Pfunden.
In mir kracht und pocht es wild,
sehe ich mein Spiegelbild.
Aus, vorbei mit Gänsbraten,
Hühnerfleisch wird mir geraten.
Obst, Gemüse soll ich essen,
alles Leckere vergessen.
Nicht bestaunen das Schneetreiben,
schippen, in Bewegung bleiben.
Weihnachtsfeiern, süße Stunden,
schade, dass ihr seid verschwunden.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)
Zum Jahreswechsel
Das Weihnachtsfest frisch abgehakt,
Besinnlichkeit macht sich gleich rar,
stattdessen laut hervor sich wagt
Silvester mit dem neuen Jahr.
Das alte Jahr wie weggekehrt,
Vorsätze brechen gleich herrein.
Ob man sie hält, bleibt ungeklärt,
es lebe hoch der schöne Schein.
Das Feuerwerk Vergiftung pur,
mag nicht den Krach und den Gestank.
Werd abtauchen in die Natur,
zu Kokospalmen, Gott sei Dank!
(Anekdoten treiben Blüten)
An meine Heimatstadt Bochum
Bochum, trotzdem
Zynisch lässt sich wohl behaupten, wirst nie eine Weltstadt sein,
doch bei näherem Betrachten, fällt mir tröstend Großes ein:
Warst geprägt von harter Arbeit, Bergbau, Stahlproduktion,
doch der Spruch "Bochum im Wandel" zeigt die neue Dimension.
Forschung, Handel und Verwaltung prägen deine Arbeitswelt,
Schmutz, Gestank ist heut Geschichte, die Behauptung nicht mehr zählt.
Der Ruhrstausee ist ein Joker, überall regiert Natur,
doch du hast noch mehr zu bieten, beispielsweise viel Kultur.
Bochum, bist zwar keine Weltstadt, doch man spürt: "Hier kocht der Pott!"
Dein Humor und deine Tatkraft halten jung und halten flott.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)
(Hoch)genuss
Ich bin total in dich verliebt,
von deinem Glanz, der dich umgibt.
Dein Funkeln, das im Sonnenlicht,
mir Harmonie und Glück verspricht.
Du bist für mich der Hochgenuss,
du stehst für mich als Musenkuss.
In deiner Nähe will ich sein,
mit dir und der Natur allein.
Ich bin total in dich verliebt,
gut, dass es dich "Ruhrstausee" gibt.
(Ein leichtes Sehnen stellt sich ein)
Kaufen, abkassieren, weiterziehen
Heuschrecken sind laut Metapher,
Menschenhoren, Profit-Raffer,
die sich wenden an die schwachen
Firmen, die Verluste machen.
Frisches Geld lässt jubilieren, ausbreiten, sprich esxpandieren.
Alles rechtens, hat auch Sinn, mehr und mehr steigt der Gewinn.
Plötzlich dann der große Crash, Anleger haun ab mit Cash.
Und der Pleitegeier fliegt, um die Firma, die er kriegt.
Was kann machen man dagegen?
Kaufboykott, das wär ein Segen.
Vielleicht sollten wir es wagen,
euch durch Waschanlagen jagen.
Ob jung, ob alt, das ist egal,
Streicht ihr Produkt bei eurer Wahl.
(Neues Buch, dieses Gedicht entstand nach den WAZ-Vorgaben und wurde zum Wochengedicht gewählt.)
Designerklo
Er hat ein neues Klo kreiert:
Ein Raumfahrtschiff den Deckel ziert.
hebt man ihn hoch, Gewitterfront,
ein Kugelblitz erstrahlt gekonnt.
Und auf der Brille bunt erblühn,
gemeinsam Blumen mit viel Grün.
Der Schüsselgrund in gelb gemalt,
darauf in schwarzer Schrift erstrahlt:
"Ich pflege weiter diesen Stil,
Kritik bedeutet mir nicht viel."
(neues Gedicht)
Limerick
Es kämpfte ein Mann einst in Essen,
er war vom Mandat ganz besessen.
Er gewann auch die Wahl,
sein Problem wuchs fatal,
den Wähler, den hat er vergessen.
Es zeigte Frau Meier aus Witten,
dem Handwerker auch ihre Ti ...
Da wurde der Meister,
zunehmend dreister.
Ihr Mann fuhr danach mit ihm Schlitten.
Einst stritten sich Männer in Schwerte,
sie kannten sich nur als Gelehrte.
Es ging um Lulu,
die lachte dazu,
da sie nur mit Laura verkehrte.